Energiewende mit Augenmaß und Vernunft -Landkreis als Parade-Beispiel

Energiewende mit Augenmaß und Vernunft -Landkreis als Parade-Beispiel – Landwirtschaftsminister Brunner bei Infonachmittag
 

 „Der Landkreis Straubing-Bogen und die Stadt Straubing sind in Sachen erneuerbare Energien, insbesondere bei nachwachsenden Rohstoffen, ausgezeichnet“, bilanzierte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beim gestrigen Informationsnachmittag

„Das energie-autarke Dorf“ in Maierhofen (Gemeinde Haibach). Diese Veranstaltung hatten die CSU-Ortsvorsitzenden der umliegenden Gemeinden organisiert.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner lobte den Landkreis für seinen vorbildlichen Weg in Sachen Energiewende. „Der Landkreis Straubing-Bogen steht wirtschaftlich gut da. Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen weiterhin verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden.“ Dabei sei vor allem eine zukunftsfähige Energiepolitik wichtig. „Straubing ist für mich ein Dreh- und Angelpunkt der Energiewende im ländlichen Raum.“ Brunner verwies dabei auf das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe. Er selbst habe den Standort 2012 durch seine Entscheidung, 20 Fachleute des Expertenteams „LandSchafftEnergie“ nach Straubing zu schicken, gestärkt.

Neutrale Energiebilanz

Sein Ziel sei es, vor allem ländliche Gemeinden so zu unterstützen, dass ihre Energiebilanz wenigstens neutral ausfalle. „Es soll also mindestens so viel Energie erzeugt werden, wie in der Gemeinde verbraucht wird.“ Dafür sei das Biomasseheizwerk in Mitterfels ein hervorragendes Beispiel. Und auch die Gemeinde Ascha sei ein Vorbild: Ihre Stromproduktion sei doppelt so hoch wie der Eigenverbrauch.

„Die ganze Welt schaut in Sachen Energiewende auf das Pilotprojekt Deutschland.“ Ein Projekt, das man mit Augenmaß und Vernunft angehen müsse. „Deshalb müssen wir alle Möglichkeiten ausloten, allerdings immer im Dialog mit den Bürgern.“ Der Landkreis Straubing-Bogen sei in dieser Hinsicht bereits ein Parade-Beispiel.

Verantwortung übernehmen

Wie eine solch vorbildliche Gemeinde aussehen kann, stellte schließlich Wolfgang Zirngibl, Bürgermeister der Gemeine Ascha, vor. Vom Projekt „Heizölfreie Gemeinde“, der Umrüstung auf Solar-Straßenlaternen, Nahwärme aus Hackschnitzeln über Solarstrom bis hin zu Elektrofahrzeugen versuche die Gemeinde, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. „Alleine ist es dennoch schwer, etwas zu bewirken“, gab Zirngibl zu bedenken. Deshalb sei auch die „Integrierte Ländliche Entwicklung Nord“ (ILE-Nord) wichtig. Die beteiligten 23 Gemeinden aus dem Landkreis versuchen in diesem Zusammenschluss, beispielsweise die Wertschöpfung der Natur im Landkreis zu optimieren. Josef Simmel, Geschäftsführer des Biomasseheizwerks in Mitterfels stellte außerdem den Einsatz regenerativer Energien im nördlichen Landkreis vor.

Zuvor eröffnete MdB Alois Rainer den Nachmittag auf dem Hof von Landwirt Franz Huber, zu dem unter anderem Landrat Josef Laumer, Altlandrat Alfred Reisinger sowie Ehrenkreisvorsitzender Ernst Hinsken und Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer gekommen waren. Er ging vor allem auf die bevorstehenden Nachwahlen des Kreistages im Landkreis ein. Die CSU selbst habe sich nichts vorzuwerfen, da die Wahl von Einzelpersonen manipuliert worden sei. „Deshalb trage ich im Wahlkampf auch kein Bußgewand, sondern einen Kampfanzug.“

Zahlreiche Besucher nahmen nach den theoretischen Ausführungen auch das Angebot einer Führung durch die Biogasanlage von Franz Huber wahr. Huber erzeugt seit 2011 mit seiner Anlage Strom. An sein Netz sind allerdings nur umliegende Häuser angeschlossen. „Wir haben uns ursprünglich für eine Modul-Bauweise entschieden, um nach der ersten Testphase die Anlage zu versetzen, zum Beispiel nach Haibach. Dort hätte man das Freibad mit Wärme versorgen können. „Allerdings hat uns die Politik einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert Huber. Die Förderungen für Biogasanlagen seien in bestimmten Bereichen gestrichen worden. „Deshalb ist diese Idee unrentabel geworden.“ Dennoch setze er sich dafür ein, über diese Art der Stromerzeugung aufzuklären. Auch Landwirtschaftsminister Brunner war sich deshalb sicher: „Wir treffen uns heute nicht irgendwo, sondern dort, wo die Energiewende gelebt und praktiziert wird: Bei der Familie Huber.“ – sei –

 
 
Bogener Zeitung, Landkreis Straubing-Bogen, 19.01.2015,

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