CSU-Familie feiert Ehrenvorsitzenden Ernst "Turbo" Hinsken mit festlichem Abend

Wenn ein Dickschädel zum Politiker wird


Streitbar, kämpferisch, dickschädelig, nervig, Strippenzieher, aber auch sozial en­gagiert, ein guter, aber kein einfa­cher Ehemann und besonders auch ­lernfähig: Wer kann das sein? Für den CSU-Kreisvorsitzenden Josef Zellmeier gibt es nur einen, auf den diese Attribute zutreffen: auf seinen Amtsvorgänger Ernst "Turbo" Hin­sken. Die CSU-Familie ernannte den Bayerwald-Express im Rahmen einer Jubelfeier in Wolferszell am Sonntagabend zum Ehrenkreisvor­sitzenden. Hinsken hat die Kreis-CSU 27 Jahre lang geführt.

Er ist halt "Oaner wia koaner", sagte Josef Zellmeier in Anspielung auf die Volksmusikgruppe "Oane wia koane", die den Ehrenabend musikalisch gestaltete.

Es war der ausdrückliche Wunsch des Bundestagsabgeordneten (seit 31 Jahren), diese Feier nur mit seinen Familien zu bestreiten, seinen CSU-lern und mit seiner Frau, Kin­dern und Enkelkindern. Niemand von den Partei- oder sonstigen Pro­minenten aus Bund oder Land sollte diese gewollte Intimität stören. Und es war ebenso Ernst Hinskens aus­drücklicher Wunsch, dass sein alter politischer Kampf- und Weggefähr­te, Altlandrat Ingo Weiß, die Lauda­tio auf ihn halten sollte, was dem "Häuptling Silberlocke", der selbst 24 Jahre Landrat war, denn auch bravourös, wenngleich mit manch­mal etwas unfreiwilliger Wortko­mik, gelang (siehe "Sprüch“ und „Aussprüch"). Heiterkeitsausbrüche waren dem Altlandrat sicher. "Der Ingo, wie er leibt und lebt", schmun­zelte Ernst Hinsken darob.

Auf "Geheiß" Hinskens kommt auch "Merkozy"

Ingo Weiß hatte sich im Rahmen einer mehrtägigen "Heimklausur" akribisch auf seinen Auftritt vorbereitet. Und so spannte er den Bogen, strotzend vor Detailkenntnis, von den für den Landkreis glücklich ver­laufenen Standortentscheidungen der vergangenen Woche über Ver­kehrs- und Betriebsansiedlungen bis zu "Merkozy" im Jahr 2008, als der deutsch-französische Gipfel auf "Geheiß" Ernst Hinskens in Nieder­bayern, in Straubing tagte, zum ers­ten und bislang einzigen Mal im Üb­rigen außerhalb der Hauptstädte.

Briefverteilzentrum, Ansiedlung von Autozulieferern (Faurecia, Kau­tex, Boysen und andere), Autobahn, B 20, Hafen Straubing-Sand, quasi nichts sei ohne oder gegen den Ernst Hinsken gelaufen. Sogar der Bun­despräsident, damals Horst Köhler, habe sich auf den Weg in Hinskens Wahlkreis gemacht, um als Urlauber für die Region Bayerischer Wald zu werben. Motto: Erfülle dem Hinsken einen Wunsch sofort, weil du sonst wochenlang gefoltert wirst und am Ende doch nachgeben musst.

Auch Helmut Kohl habe sich dem gefügt und sei mehrmals dem Hin­sken zu Diensten gewesen. Wie die Methode Hinsken funktioniert, wer­de auch an den mittlerweile weitum bekannten Neujahrsempfängen der Straubing-Bogener CSU deutlich. Sie glänze Jahr für Jahr mit den prominentesten und profiliertesten Gastrednern weitum. Strippenzie­her wie gehabt: Ernst Hinsken.

Dank an die Förderer und seine zwei Familien

Der Hochgepriesene selbst ver­sprach in seiner Dankesrede: "Ich kämpfe weiter", und ließ offen, ob das als Versprechen oder als Drohung zu verstehen sei. Aber einer wie Hinsken kennt in der Tat auch Dankbarkeit, was in der Politik kei­neswegs als selbstverständlich gilt. So rief er eine Reihe von Namen in Erinnerung, teils schon verstorbene Politiker, die den jungen, aufstre­benden JU-Kreisvorsitzenden Hin­sken nach Kräften gefördert haben:

Bogens ehemaligen Bürgermeister und Kreisrat Josef Deschl, den Fraktionschef im Kreistag, Josef Zellmeier sen., Altlandrat Xaver Hafner, den Bundestagsabgeordne­ten Alois Rainer, Staatsminister AIfred Dick, vor allem auch Baptist Kitzlinger, den ehemaligen Landrat von Passau. Er erinnerte an Wegge­fährten wie Josef Zängl (Bezirksge­schäftsführer), Heinz Steindl (Frak­tionschef), Franz Buchner (Vize­landrat), Ingo Weiß (Altlandrat), Wolfgang Folger (Kreisvorstand), auch an den ehemaligen Tagblatt­Ressortchef Fritz Röhn.

"Das ist euer, das ist unser gemeinsamer Erfolg"

Die Landes-CSU beneide den Kreisverband für seinen Zusam­menhalt und seine Erfolge, sagte Hinsken, die sich bei Wahlen in Er­gebnissen von 60 oder 70 Prozent niederschlügen. "Das ist euer, das ist unser gemeinsamer Erfolg", rief der Ehrenvorsitzende seiner CSU-­Familie zu. Und bedankte sich mit sichtlicher Rührung bei Frau Rena­te, Kindern und Enkelkindern, die oft genug auf den Ehemann, Vater und Großvater hätten verzichten müssen. - Am Ende gab es Standing Ovations für den ehemaligen Kreis­-und jetzigen Ehrenvorsitzenden.


Sprüch' und Aussprüch'

Aus der Laudatio des Altlandrates Ingo "Häuptling Silberlocke" Weiß für seinen alten Weggefährten und Freund Ernst "Turbo" Hinsken:

  • "Wir bei den haben großartig har­moniert, ich habe dir immer den Vortritt gelassen"
  • "Dass du noch das Sportabzei­chen gemacht haben sollst, daran hatte ich starke Zweifel"
  • "Der Karl-Theodor zu Guttenberg war der Schwarm aller Schwieger­mütter mit seinem gegelten vollen Haar; du bist das Gegenteil, dir sind die Haare längst ausgegangen"
  • "Du hattest immer volle Sprech­stunden; bei mir waren sie leer"
  • "Ich habe mich an Xaver Hafners Appell gehalten, Kinder macht's Kinder - ich habe acht Enkel"


 

Ehrungen und Verabschiedungen

Im Rahmen der fast vierstündigen Feier im Gasthof Schmid in Wolferszell, die sich in rühmenswerter Knappheit auf drei Reden beschränkte, wur­den vom Kreisvorsitzenden Josef Zellmeier verdiente Funktionsträ­ger des CSU-Kreisverbandes ge­ehrt und verabschiedet.

Besonders Wolfgang Folger, Schwarzach, der 35 Jahre Kreisschriftführer war; ebenso ist aus dem Kreisvorstand ausgeschieden: Jutta Landes, Wie­senfelden, als Beisitzerin.

Geehrt wurden auch die ausge­schiedenen Ortsvorsitzenden: Karl Laußer, Pilgramsberg, 30 Jahre; Stephan Härtenberger, Hunderdorf, acht Jahre; Martin Eisen­schink, Rain, sechs Jahre; Fried­rich Foierl, Falkenfels, Franz Listl, Parkstetten, je vier Jahre; Isidor Gruber, Loitzendorf, zwei Jahre.

­Bild: Die geehrten CSU-Funktio­näre mit dem Kreisvorsitzenden Zellmeier (r.) und dem Ehrenvor­sitzenden Hinsken (3. v.l.) - stu-

 


 

 

Von Bernhard Stuhlfelner (SR-Tagblatt, 1.11.2011)

 

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