Mittelschulen im Landkreis: Bürgermeister stehen neuer Schulform offen gegenüber

Es war zwar nicht viel Neues, das Landrat Alfred Reisinger am Dienstagabend bei der Pressekonferenz nach dem Sondierungsgespräch zu den ge­planten Mittelschulen im großen Sitzungssaal des Landratsamtes zu berichten hatte - aber dennoch et­was Wichtiges: Alle Bürgermeister stehen der neuen Schulform offen gegenüber und sind bereit für die bevorstehenden Veränderungen. Wie berichtet, sollen im Landkreis und in der Stadt Straubing als Wei­terentwicklung der Hauptschulen mehrere Mittelschulen entstehen. Sie sollen zum einen Schulstandorte sichern und zum anderen das Bil­dungsangebot für die Schüler erwei­tern. Knapp drei Stunden lang dauerte das Sondierungsgespräch zur ge­planten Umstrukturierung im Haupt- und Volksschulsektor im Landkreis Straubing-Bogen. Dabei sollten allerdings noch keine kon­kreten Entscheidungen getroffen werden. Vielmehr diente dieses Ge­spräch als Informationsmöglichkeit und dem gemeinsamen Austausch unter den Bürgermeistern und den Leitern der Grund- und Hauptschu­len im Landkreis. Landrat Alfred Reisinger, Schulamtsdirektor Ulrich Pannermayr, Regierungsschuldirek­tor Josef Schätz, Bereichsleiter Schulen der Regierung von Nieder­bayern, und Straubings Oberbür­germeister Markus Pannermayr standen dabei für Fragen zur Verfü­gung.

Start im neuen Schuljahr

Oberbürgermeister Markus Pan­nermayr bekannte sich dabei ganz klar zu den Mittelschulen und be­tonte, dass die Stadt Straubing im Schuljahr 2010/2011 auf alle Fälle mit diesem neuen Modell starten wolle. Auch der Landkreis Strau­bing-Bogen möchte sich diesem Vor­haben anschließen und befindet sich schon in der konkreten Planungsphase. "Wir sind mittlerweile im Landkreis auch schon so weit, dass bereits Entscheidungen getroffen werden könnten", erklärte Schul­amtsdirektor Pannermayr. Die Entscheidungen müssten al­lerdings die Bürgermeister vor Ort treffen, so Reisinger und Ulrich Pannermayr.

Bislang wurden zwei Modelle erarbeitet, wie eine Neu­ordnung der Schulverbände im Zuge der Umstrukturierung aussehen könnte.

Während des Gesprächs hat sich herausgestellt, dass ein Mo­dell den Bürgermeistern auf Anhieb besser gefiel", so der Schulamtsdi­rektor. Dieses eine Modell sieht vor, dass es neben dem Schulverbund Straubing im Landkreis insgesamt drei Schulverbünde geben sollte. Zusammengefasst wären demnach die Gemeinden Mallersdorf-Pfaf­fenberg, Laberweinting, Leiblfing, Perkam, Salching, Atting, Rain, Aholfing und die Stadt Geiselhö­ring. Weiter die Gemeinden Ober­schneiding, Straßkirchen, Irlbach, Parkstetten, Steinach, Kirchroth und die Stadt Bogen und als Letztes die Verwaltungsgemeinschaften Hunderdorf, Milterfels, Schwarzach und Stallwang und die Gemeinde Haibach.

Die Gemeinden Feldkirchen und Aiterhofen würden demnach zur Stadt Straubing gehören und die Gemeinden Konzell, Rattenberg und Sankt Englmar nach Viechtach.

Das Modell, das bei den Bürgermeistern für eher weniger Begeisterung sorg­te, würde nur zwei Schulverbünde im Landkreis vorsehen. "Das ist al­lerdings alles noch Zukunftsmusik", so Ulrich Pannermayr. Wichtig sei erst einmal, dass die Bürgermeister erkannt hätten, dass die Mittelschu­len eine Chance darstellten, betonte Reisinger. Welche Gemeinden sich letztlich zusammentun, das müsste nun konkret vor Ort entschieden werden. Oberste Priorität müsse hier allerdings haben, dass darauf geachtet wird, wie den Kindern am besten gedient sei.

Noch in der Planung

Welche Möglichkeiten eine Mit­telschule für die Schüler bringt, er­klärte Josef Schätz. Er ist bereits seit Wochen im Bezirk Niederbayern unterwegs und informiert Bürger­meister und Schulleiter zu diesem Thema. "In der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen ist die Planungsphase bereits sehr gut fortgeschritten", sagte Schätz. Durch die Mittelschulen könnte den Schülern ein zeitgemäßes und auch besseres Bildungsangebot gewähr­leistet werden. Schulrat Johannes Müller vom staatlichen Schulamt im Landkreis Straubing-Bogen, der ebenfalls an dem Sondierungsge­spräch teilnahm, bestätigte dies. "Wenn größere Einheiten gebildet werden, dann kann auch ein größe­res Angebot präsentiert werden."

In den Mittelschulen sollen sich die Schüler künftig spezialisieren können auf die verschiedenen Fach­bereiche Wirtschaft, Soziales und Technik, so Ulrich Pannermayr. Die Hauptschulen, die einen dieser Fachbereiche anbieten, dürften sich dann Mittelschulen nennen. Wo nun überall Mittelschulen entstehen werden, das soll bei den Dialogforen geklärt werden, die Anfang Dezem­ber beginnen.


Straubinger Tagblatt, 11.11.2009

 

 

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