Arbeitsgemeinschaft "ILE nord 23" gegründet - 23 Landkreisgemeinden arbeiten zusammen

23 Landkreisgemeinden arbeiten zusammen - Arbeitsgemeinschaft "ILE nord 23" gegründet - Erste solche Initiative in ganz Bayern


"Das ist Weltrekord", sagte Aschas Bürgermeister Wolfgang Zirngibl, als er am Freitagabend die wohl größte Gemeinderatssitzung weltweit in der Kletthalle in Konzell eröffnete. Gekommen waren rund 300 Stadt-, Markt- und Gemeinderäte, um ihren Willen zur Gründung der kommunalen Arbeitsgemeinschaft "ILE nord 23" zu bekunden. Somit arbeiten, wie am Samstag bereits kurz berichtet, künftig 23 Kommunen des nördlichen Landkreises Straubing-Bogen zusammen.
Bei der Auftaktveranstaltung unterzeichneten die Bürgermeister die Gründungsurkunde. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) zu erstellen, als Instrument dafür, künftig in den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Kultur und Soziales besser zusammenzuarbeiten. Dieser Verbund, der eine Fläche von 600 Quadratkilometern umfasst und in dem 53000 Menschen leben, ist in seiner Größe und Form bayernweit einzigartig.
Mit in diesem Zusammenschluss sind die Gemeinden Ascha, Falkenfels, Haibach, Haselbach. Hunderdorf, Kirchroth, Konzell, Loitzendorf, Mitterfels, Neukirchen, Rattenberg, Rattiszell, Stallwang, Steinach, Sankt Englmar, Wiesenfelden, Schwarzach, Perasdorf, Parkstetten, Niederwinkling, Mariaposching, Bogen und Windberg. „Also alle Gemeinden nördlich der Donau" , konstatierte Bezirkstagsvizepräsident Franz Schedlbauer.
Besonderheiten aufgezeigt
Gemeinsam wollen sie nun Projekte anregen und Strategien entwickeln, um unter anderem in den Bereichen Tourismus und Marketing, Siedlung und Landschaft, Landwirtschaft und Energie, Wirtschaft und Nahversorgung, Kultur und Soziales besser zusammenzuarbeiten. Dass jede Kommune für sich schon aktiv ist, bewiesen die 23 Schautafeln, die in der Kletthalle aufgestellt waren, und auf denen sich die Gemeinden präsentierten, ihre Besonderheiten und verwirklichte Projekte aufzeigten, aber auch die Ideen, die in der ILE diskutiert werden sollen. Zudem war der Versammlung eine Rundfahrt durch alle 23 Teilnehmergemeinden vorausgegangen, bei der die Bürgermeister gegenseitig ihre Kommunen vorstellen und kennenlernen konnten.
Triebfeder für diesen "zukunftsweisenden Zusammenschluss", wie er es nannte, war Aschas Bürgermeister Wolfgang Zirngibl, der auch zum Vorsitzenden der "ILE nord 23" gewählt wurde. Sein Stellvertreter ist Sankt Englmars Bürgermeister Anton Piermeier. Hinzu kommen rund 50 Moderatoren, jede Gemeinde konnte ein bis drei Moderatoren bestimmen, die künftig bei Treffen und Workshops der "ILE nord 23" Ideen einbringen und die Interessen ihrer Kommune vertreten sollen.
,,23 Gemeinden unter einen Hut zu bringen, ist schon etwas Besonderes", waren sich die Grußwortredner einig. In diesem Verbund gehe es darum, Synergien zu erschließen und auf kommunaler Ebene alle Register zu ziehen, sagte der prominenteste Redner des Abends, Ministerialrat Wolfgang Günter Ewald, der zuständige Fachreferent für ILE im Bayerischen Landwirtschaftsministerium. Es gebe kein von der Regierung vorgeschriebenes Standardprogramm: "Die Themenschwerpunkte legen Sie selber fest." Zudem könnten künftige Projekte von der Bundesregierung und vom Freistaat Bayern gefördert werden. Es sei wichtig, die "Stärken dieser Region zu stärken", damit der ländliche Raum auch weiterhin für die Menschen attraktiv bleibe.
Ein großes Lob für ihre Dynamik und ihr Engagement sprach Klaus Ulrich, Leiter des Referats Landesentwicklung im Bayerischen Wirtschaftsministerium, den Bürgermeistern und Gemeinderäten aus. " Wenn unsere Aktienkurse so steigen würden, wie die Teilnehmerzahlen an der ILE, müssten wir uns um unsere Wirtschaft keine Sorgen mehr machen."
"Gemeinsam sind wir stark"
"Wo sich 23 Bürgermeister treffen, da muss ich aufpassen", sagte Landrat Alfred Reisinger mit einem Schmunzeln, der vielleicht schon befürchtet hatte, dass sich in Konzell ein neuer Altlandkreis Bogen gründen könnte. Die Zeit des Kirchturmdenkens sei vorbei, und so, wie man sich im großen Bereich zusammenschließe, zum Beispiel in der EU, so sei es auch im Kleinen wichtig: "Gemeinsam für unsere Heimat, für unsere Region." Und MdL Josef Zellmeier fügte dem noch hinzu: " Wir können in unserer Region viel bewegen, wenn wir unsere Chancen und Ressourcen ausnutzen."

 

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