CSU analysiert Wahl - Klare Linie für die Zukunft gefordert

Klare Linie für die Zukunft gefordert - CSU analysiert Wahl - Hinsken am fünftbesten gewählter MdB in Deutschland

"Der CSU-Kreisverband Straubing-Bogen beglückwünscht Ernst Hinsken zum fünftbesten Ergebnis aller Bundestagskandidaten in ganz Deutschland. Wir sind stolz auf ihn", gratulierte der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzender, MdL Josef Zellmeier, dem CSU-Kreisvorsitzenden MdB Ernst Hinsken zu seinem Spitzenergebnis. Offen wurde bei der Sitzung des Kreisvorstandes im Gasthaus Thanner in Steinach das Bundestagswahlergebnis analysiert, wobei auch nicht an Kritik gespart wurde über das Verhalten der Parteispitze im Wahlkampf.
Der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende MdL Josef Zellmeier dankte Hinsken für seinen unermüdlichen Einsatz nicht nur im Wahlkampf, sondern ganz besonders in seiner fast 30-jährigen Tätigkeit als Abgeordneter. Dieser bedankte sich für die Würdigung und stellte fest, weniger Stimmen bekommen zu haben als 2005. Er sei aber erfreut darüber. dass er im Landkreis Straubing-Bogen das drittbeste und in der kreisfreien Stadt Straubing das beste Erststimmenergebnis in Deutschland trotz sieben Gegenkandidaten (2005 drei) erreicht hat. Natürlich gebe es einen Trend zu jüngeren Bewerbern. Doch komme es immer auf eine ausgewogene Altersmischung auch in den Parlamenten an, damit sich jede Generation auch vertreten sieht. Auf die Frage nach den Ursachen seines schlechten Ergebnisses im Landkreis Regen wies Hinsken auf einen "schmutzigen Wahlkampf" und einer gezielten Medienkampagne "in einem bisher nie gekannten Ausmaß" gegen ihn hin. In diesem Zusammenhang stellte er auch fest, dass er "Hinsken und nicht Schily" heiße und bei ihm alles nachprüfbar offen gelegt ist.
Als weitere Ursachen machte er persönliche Verärgerungen von Mitbürgern über die Nichterfüllung von Anliegen, aktuelle Tagesereignisse, aber auch der Trend zur Individualisierung und Wunschvorstellungen aus. Herausgestellt wurde aber, dass das wichtigste CSU-Wahlziel, Schwarz-Gelb in Berlin, erreicht werden konnte. Als Kreisvorsitzender dankte Hinsken allen Wahlhelfern, ganz besonders CSU-Bezirksgeschäftsführer Norbert Schmid mit seinen Mitarbeitern der Geschäftsstelle "für den hervorragenden Einsatz in diesem Wahlkampf."
Über 20 Wortmeldungen gab es bei der Aussprache über die Ergebnisse der Bundestagswahl. So bemängelte Bürgermeister Alois Rainer, dass seitens der Parteispitze keine klare politische Richtung erkennbar sei. Es fehle das "markante Profil unserer Partei, das die CSU in der Bevölkerung verankere". CSU-Kreistagsfraktionschef Ewald Seifert sah keine Kernbotschaft, die den Menschen vermittelt wurde. Er forderte, die Qualität der eigenen Politik zu steigern und deutlicher herauszuarbeiten. "Für das, was alles in letzter Zeit in der CSU passiert ist, haben wir eigentlich nichts Besseres verdient" fasste Landrat Reisinger seine Analyse zusammen. Angefangen vom Schlingerkurs beim Rauchverbot über die "vermurkste" Pendlerpauschale bis hin zu den personellen Veränderungen.
Auch regionale und lokale Probleme spielten heute bei Wahlen eine immer größere Rolle. JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger verwies darauf, "dass unsere Zeit eine andere geworden ist, und die Menschen sich geändert haben, auch in ihrem Verhalten der Politik gegenüber". Stellvertretende Landrätin Christa Heisinger fügte hinzu, dass sich auch das Informationsbedürfnis der Menschen gewandelt habe. So kämen immer weniger Besucher zu Wahlveranstaltungen, weil "man sich zu Hause vor dem Bildschirm intensiver und bequemer informieren kann". Altlandrat Ingo Weiß nahm in seiner Kritik auch nicht Halt vor Parteivorsitzendem Horst Seehofer. "Kein Mensch konnte verstehen, warum er auf den bayerischen Koalitionspartner FDP einschlug und gleichzeitig mit ihm in Berlin am Koalitionstisch sitzen möchte. Das hat der Partei empfindlich geschadet".


Die stellvertretenden CSU-Kreisvorsitzenden, MdL Josef Zellmeier (Dritter von links), Franz Schedlbauer (rechts), Barbara Unger (Zweite von links), Ewald Seifert (Zweiter von rechts) und landrat Alfred Reisinger (links) gratulieren MdB Ernst Hinsken (Mitte) zu seinem Ergebnis bei der Bundestagswahl.


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