Auch im Landkreis Straubing-Bogen sinken die Schülerzahlen immer weiter

Weniger Schüler und kleinere Klassen - Auch im Landkreis Straubing-Bogen sinken die Schülerzahlen immer weiter

Bis zum Rand gefüllte Schultüten, aufgeregte ABC-Schützen und die große Hoffnung auf gute Noten. Am 15. September ist es wieder soweit: Ein neues Schuljahr beginnt. Heuer sind es 942 kleine Mädchen und Buben, die zum ersten Mal ihre Schultaschen packen werden, berichtet Ulrich Pannermayr, Schulamtsdirektor für den Landkreis Straubing-Bogen. Übertritte an weiterführende Schulen blieben jedoch in etwa gleich und die Klassen würden kleiner. Neu sei eine Berufsorientierungsklasse in Bogen.
Im neuen Schuljahr werden im Landkreis Straubing-Bogen 26 Kinder weniger eingeschult als im vergangenen Jahr. Vergleicht man die Zahl der 942 Schulanfänger zusätzlich mit den Zahlen vor vier Jahren, wird deutlich, wie drastisch sich die Einschulungen in nur kurzer Zeit verringern. Damals waren es noch etwa 150 ABC-Schützen mehr. "Erklären kann man das nur mit der zurückgehenden Geburtenrate" , sagt Ulrich Pannermayr und zeigt sich besorgt ob dieser raschen Entwicklung. "Das ist wirklich dramatisch."
Ein Ziel sei es jedoch, Klassen bewusst möglichst klein zu halten. Der Klassendurchschnitt an den Grund-, Haupt- und Volksschulen im Landkreis Straubing-Bogen beläuft sich daher im Schnitt auf etwa 22 Schüler pro Klasse. Daneben gibt es heuer wieder einige jahrgangskombinierte Klassen im Landkreis. Vor allem die erste und zweite Klasse werde häufig zusammengelegt. In Geiselhöring hingegen werden nun die Grund- und Hauptschule zu einer Volksschule kombiniert.
Berufsorientierungsklassen
Natürlich werden auch in diesem Jahr wieder einige Schüler nach der vierten Klasse an eine weiterführende Schule wechseln. Hierbei gebe es laut Pannermayr im Vergleich zum letzten Jahr keine nennenswerten Veränderungen. Etwa 37 Kinder besuchen nach der Grundschule ein Gymnasium, gut 22 Kinder wechseln an eine Realschule. Alle anderen gehen an die Hauptschule. "Das ist immerhin ein Drittel. Schon alleine deswegen kann man hier von keiner Restschule sprechen," sagt Pannermayr und betont somit gleichzeitig, wie wichtig es sei künftig das Image und die Qualität der Hauptschulen zu steigern. "Wir brauchen gute Facharbeiter." Ein erster Schritt in diese Richtung seien die sogenannten Berufsorientierungsklassen. Auch an der Hauptschule Bogen werde dieses Schuljahr eine solche zum ersten Mal angeboten. Diese Klassen werden zusammen mit den Berufsschulen organisiert und richten sich an die Absolventen der Hauptschulen. "Jugendliche, die normalerweise die neunte Klasse wiederholen müssten, weil sie keinen vernünftigen Abschluss zusammengebracht haben, können in diese Berufsorientierungsklassen wechseln" . erklärt Pannermayr. Das sei erfahrungsgemäß sinnvoller. Die Schüler haben
dann drei Tage Unterricht und zwei Tage Praktikum in einem Betrieb. "Die Erfolgsquote ist eigentlich schon recht groß", berichtet der Schulamtsdirektor. "Aus einem vergangenen Projekt weiß man, dass von 24 Schülern alle ihren Abschluss geschafft haben und 18 konnten einen Ausbildungsplatz ergattern."
Trend zur Mittagsbetreuung
Der Trend geht neuerdings auch zu Mittagsbetreuungen an Grundschulen. Für das neue Schuljahr gibt es dazu allerdings noch keine Erhebung. Im letzten Jahr wurde an 14 Grundschulen im Landkreis eine entsprechende Betreuung angeboten. Neben der immer wichtiger werdenden Ganztagsbetreuung der Kinder an Schulen, wird es laut Pannermayr in Zukunft vor allem notwendig sein Kinder mit Sprachschwierigkeiten zu fördern.
Migrantenkinder, aber auch deutsche Kinder können im letzten Kindergartenjahr spezielle Vorkurse besuchen. Diese sollen helfen den Wortschatz der Kinder zu verbessern, damit diese dann in der ersten Klasse dem Unterricht folgen können. Entsprechende Kurse werden in diesem Jahr an den Grundschulen Bogen, Mallersdorf - Pfaffenberg, Oberschneiding und Steinach angeboten sowie an der Volksschule Geiselhöring.
SR-Tagblatt, 4. Sept. 2009

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren