Ab August keine Hauptschulen mehr - Infoabend zur neuen Mittelschule

In der Volks­schule Mitterfels-Haselbach fand ein Informationsabend zum neuen Schulverbund Hunderdorf -Mitter­fels-Stallwang statt. Viele Eltern und Interessierte waren gekommen, um zuzuhören und Fragen zu stel­len. Auf dem Podium standen neben Schulrat Johannes Müller vom staatlichen Schulamt, Landkreis Straubing-Bogen, als Vertreter der Schulen die Rektoren Gerhard Groß (Mitterfels), Reinhard Dietz (Hun­derdorf) und der stellvertretende Schulleiter Karl-Heinz Oswald aus Stallwang.

Auch die Bürgermeister der betei­ligten Schulstandorte - Johann An­derl (Loitzendorf), Hans Hornberger (Hunderdorf), Johann Gstettenbau­er (Windberg), Ludwig Ettl (Falken­fels) und Johann Sykora (Schulver­bandsvorsitzender Mitterfels- Ha­selbach) - standen für Fragen bereit.

Bürgermeister Sykora erinnerte an den langen Weg bis zum Abschluss des Kooperationsvertrags zwischen den Volksschulen Mitterfels, Hun­derdorf und Stallwang, den die Bür­germeister Stenzel (Mitterfels), Gstettenbauer und Wolf (Stallwang) Anfang des Jahres unterzeichneten. Mit diesem neuen Schulverbund sei­en die Hauptschulen wieder gut auf­gestellt, versicherte Rektor Groß. Nun hoffe er auf große Zustimmung von den Eltern.

Die Mittelschule, die ab dem Schuljahr 2010/2011 die Haupt­schulen ersetzen wird, ist kein Eti­kettenschwindel, versicherte Schul­rat Müller. Er erinnerte an den Be­ginn der Umstrukturierung der Hauptschulen, die Hauptschuliniti­ative 2001/2002 und den Abschluss des Kooperationsvertrags zwischen Hunderdorf und Mitterfels 2008/2009, dem ersten im Landkreis. Mül­ler stellte den Eltern vor Augen, dass ohne diese Schulverbünde selbst große Hauptschulen wie Rain, Park­stetten oder Mallersdorf-Pfaffen­berg ab September 2010 von der Schließung bedroht wären.

Schwerpunkte erläutert

Schwerpunkte der neuen Mittel­schule seien mehr als bisher ein pra­xisbezogener Unterricht, Berufsori­entierung sowie die Förderung und Betreuung der Schüler auch im sozi­alen Bereich. "Wir wollen dem Schüler das Gefühl vermitteln: "was kannst du besonders gut", und diese Stärken gezielt fördern". Mit der so­genannten Modularen Förderung könne beispielsweise leistungs­schwachen Schülern dann noch mehr geholfen werden. Der Ab­schluss der Mittleren Reife durch den M-Zweig sei weiterhin möglich, so Müller.

 

Rektor Reinhard Dietz ging auf die sinkenden Schülerzahlen und das drohende Hauptschulsterben seit der Einführung der sechs-klas­sigen Realschule ein. Eine Alternati­ve sei die neue Mittelschule mit den attraktiven M-Klassen. Im Bereich M-Zug habe sich die Kooperation Hunderdorf - Mitterfels bereits im vierten Jahr bewährt. Seit zwei Jah­ren arbeite man auch mit den offe­nen Ganztagsklassen sehr gut zu­sammen. Dietz fasste zusammen:

Die Mittelschule ist stark im Beruf durch intensive Berufsorientierung und systematische Zusammenarbeit mit Betrieben, Berufsschule und Agentur für Arbeit; stark im Wissen durch differenzierte Förderung wie Modulation in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie den Schulabschlüssen mit Quali und M- Zweig; stark als Person durch sozia­les  Lernen, kleinere Klassen, die Stärkung der Sozialkompetenz und Betreuung in offenen Ganztagsklas­sen. Die Mittelschule setzt auf Un­terricht des Klassenlehrers, "so kön­nen Schülerkarrieren wieder gelin­gen", betonte Dietz.

 

Über Organisatorisches im neuen Schulverbund informierte Rektor Gerhard Groß. Die Schulsprengel von Grund- und Mittelschule wer­den getrennt, die Schulleiter blei­ben. Verbundkoordinator ist Ger­hard Groß. Er erläuterte Probleme mit dem Stundenbudget der Lehrer und die Fächerbelegung. Die vo­raussichtlichen Schülerzahlen kön­nen erst im Juni ermittelt werden. Nächste Schritte werden die Sprengeländerung und die Vertei­lung der Stundenbudgets sein.

Das Gesetz tritt am ersten August in Kraft.


Bericht und Bild : Straubinger Tagblatt, 23.4.2010 (erö)

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