Leserbriefe zum Gemeinderatsbericht vom 13. Juni 2016

Kein rüder Brief - Zum Artikel „Ein Kompromiss wird gesucht“ in der Ausgabe vom Montag, 13. Juni:

Anlass der Beratung der Gemeinderäte war ein Brief des Verkehrs- und Kulturvereins Mitterfels. Laut Pressebericht wird unter anderem „der rüde Ton“ des Schreibens des VuKV von den Marktgemeinderäten angeprangert, der der Sache nicht dienlich sei.

Dies weist die Vorsitzende des VuKV entschieden zurück. Bei Interesse kann dieser Brief gerne beim Verein eingesehen werden. Laut Duden ist „rüde“ ein Adjektiv, das unter anderem ein Synonym für grob, ungehobelt, gefühllos, rücksichtslos ist. Kann es daher wirklich sein, dass die (alle?) Räte diesen sachlichen Brief als „rüde“ empfinden?

Seit Jahrzehnten veranstaltet der traditionsreiche Verkehrs- und Kulturverein Mitterfels gegr. 1896 neben vielen anderen kulturellen Veranstaltungen ehrenamtlich für die Bürger der Marktgemeinde und der ganzen Region alljährlich eine Kunstausstellung in den Räumen des ehemaligen „Haus des Gastes“, (heute Mondi-Treff). Für 2016 steht dem VuKV-Verein seitens der Marktgemeinde Mitterfels die Nutzung dieses Hauses für die Dauer der Ausstellung wegen der Migranten nicht zur Verfügung. Die Kernfrage des sachlich formulierten Briefes der VuKV an die Marktgemeinderäte war, ob es zur Nutzung des Haus des Gastes (jetzt Mondi-Treff) einen rechtskräftigen Gemeinderatsbeschluss gibt. Nach welchen Kriterien wird bei der Marktgemeinde über eine Nutzung des Mondi-Treffs entschieden?

Anstelle der seit zwölf Jahren genutzten Räume des Haus des Gastes wurden seitens der Gemeinde als Alternativen für die Kunstausstellung 2016 unter anderem die alte und neue Turnhalle, Gasthausräume und die Wärmehalle im Freibad angeboten. In den vom Verein akzeptierten Räumlichkeiten des Freibades wären aus Sicherheitsgründen technische Maßnahmen seitens der Gemeinde notwendig, für die aber angeblich keine Mittel vorhanden seien. Dies war sinngemäß auch die Aussage des 1. Bürgermeisters bei einem Telefonat am 20. Mai gegenüber der Vereinsvorsitzenden.

  • Sigrun Baumann, 1. Vorsitzende des VuKV
  • Ursula Ingelfinger, 2. Vorsitzende
  • Petra Stompe, Schriftführung und Kassier

Bogener Zeitung , 16.06.2016

 


23.6.2016, Werteverlust der Ausstellung zu befürchten

Zum Bericht „Ein Kompromiss wird gesucht“ in der Ausgabe vom 13. Juni und zum Leserbrief „Kein rüder Brief“ in der Ausgabe vom 16. Juni:

Mit einer größeren Gruppe von Künstlerinnen und Künstler aus der engeren und weiteren Region stelle auch ich alljährlich in der „Mitterfelser Kunstausstellung“ des Verkehrs- und Kulturverein Mitterfels aus. Mit einer zweijährigen Unterbrechung bin ich in Mitterfels nun bereits seit 36 Jahren dabei. Es hat uns als Kunstschaffende bisher immer wieder Spaß gemacht, nicht nur national und international auszustellen, sondern auch hier in der Region bei der Mitterfelser Kunstausstellung mitzuwirken. Diese Ausstellung hat sich im Niveau von Jahr zu Jahr gesteigert, was nicht zuletzt auch dem großem Enthusiasmus und Engagement den Aktiven des Verkehrs- und Kulturvereins Mitterfels zu verdanken ist. Nachdem ich nun im Straubinger Tagblatt den Bericht „Ein Kompromiss wird gesucht“ und den darauf folgenden Leserbrief „Kein rüder Brief“ gelesen habe, bin ich entsetzt darüber, dass dem Verein heuer keine geeigneten Räume zur Verfügung gestellt werden, die dem hohen Niveau dieser weit über Mitterfels hinaus bekannten Ausstellung Rechnung tragen. Das „Haus des Gastes“, in dem wir in Mitterfels seit zwölf Jahren unser Kunstschaffen in würdevollem Gesamtrahmen präsentieren durften, wird seitens der Marktgemeinde 2016 dem Verkehrs- und Kulturverein zu Ausstellungszwecken nicht zur Verfügung gestellt. Die alternativ angebotenen Räume stellen aus meiner Sicht als Kunstschaffende einen Werteverlust dieser Ausstellung dar und sind der Marktgemeinde Mitterfels, die sich über Jahrzehnte einen Namen in der Kunst- und Kulturszene gemacht hat, nicht würdig.

Brigitte Niefanger, Straubing

 


Schlag ins Gesicht der freiwilligen Helfer

Zum selben Thema:

Dass die jährliche Kunstausstellung des Mitterfelser Kultur- und Fremdenverkehrsvereins nicht mehr in der gewohnten Form durchgeführt werden kann, ist mir völlig unverständlich.

Fände sie nicht mehr statt, bedeutete das die Aufgabe einer kulturellen Einrichtung, die sich in der Vergangenheit bewährt hat und geeignet war, den Ruf der Gemeinde und vor allem auch den Ruf des ländlichen Raumes als eher kulturfernen Bereich deutlich zu verbessern.

Nein, ich verstehe das nicht. Es war eine Einrichtung, für die viele Menschen sich ehrenamtlich eingesetzt haben und sie mit ihrem Einsatz erst ermöglichten. Ich denke, dass Gemeinde und wohl auch Landratsamt sehr dankbar sein und alles dafür tun sollten, eine Weiterführung der Kunstausstellung zu ermöglichen. Und mit „alles“ meine ich auch eine angemessene finanzielle Beteiligung, aber nicht nur diese. Dazu gehört auch das Bewusstsein, dass Kultur ein wichtiger Bestandteil auch des ländlichen Raumes ist, ein sehr gefährdeter Bestandteil, wie das aktuelle Beispiel zeigt.

Deshalb bitte ich alle, die es angeht und die sich angesprochen fühlen, um Hilfe. Um rasche Hilfe.

Die Wörter „unverständlich“ und „kulturfern“ sind ganz bestimmt nicht „rüde“, sie beschreiben nur klar eine Situation, die aus meiner Sicht nicht tragbar ist.

Abschließend darf ich darauf hinweisen, dass der angesprochene Vorgang ein Schlag ins Gesicht aller freiwilligen Helfer ist. Es tut schon weh, wenn man mit viel Engagement und Zeiteinsatz hilft, etwas aufzubauen, das dann – wenn es endlich eingespielt ist und sich durchgesetzt hat – einfach weggeschmissen wird. Als wertlos. Oder unverstanden.

Unter dieser Voraussetzung muss man sich nicht wundern, wenn das Engagement der Bürger zwangsläufig abnimmt.

Ich selbst bin kein Bürger der Gemeinde oder des Landkreises. Ich bin ein Bürger von Regensburg. Mein Beitrag zu den jährlichen Kunstausstellungen in Mitterfels beschränkte sich bisher auf eine mäßige Beitragszahlung und aus der Bereitstellung von Exponaten und Kurzfilmen über viele Jahre.

Es wäre sehr bedauerlich, wenn es diese Möglichkeit nicht mehr gäbe – vor allem für die jüngeren Künstler, die dort ein geeignetes Forum für die Ausstellung ihrer Werke vorfinden. Nein: vorfanden.

Rudolf Flügel, Regensburg


24.06.2016, Kultur erscheint in Mitterfels verzichtbar

Zum Ende der Kunstausstellungen in Mitterfels: „Die Europäischen Wochen sind ein unverzichtbares Aushängeschild des Kulturlandes Bayern“, so formulierte es Staatssekretär Bernd Sibler in seiner Eröffnungsansprache der 64. Festspiele Europäische Wochen.

Für die Kunstausstellung des Verkehrs- und Kulturvereins xMitterfels wurde nach ihrem 46. Geburtstag das Ende eingeläutet – während Kultur in Bayern als unverzichtbar und sogar als Aushängeschild gilt, erscheint Kultur in Mitterfels als verzichtbar – hier hängt lediglich das Schild „Kunst in Mitterfels – (am) Ende“ vor der Tür.

Dies ist umso bedauerlicher, als diese Ankündigung die Künstler, die sich auf die 47. Kunstausstellung gefreut und wohl auch das eine oder andere Werk gerade dafür geschaffen hatten, äußerst kurzfristig erreichte. Aber so ist dies nun einmal in unserer schnelllebigen Zeit: Während der eine Politiker noch das Hohelied auf die Kunst anstimmt, lässt der andere Politiker andernorts bereits den Abgesang auf diese ertönen – nur gut, dass die beiden Politiker nicht derselben Partei angehören.

Josef Paleczek, Landau/Isar  Kulturpreisträger des Landkreises Dingolfing/Landau und Aussteller in Mitterfels seit 35 Jahren


Wertschätzung einer Kunstausstellung

Zum Artikel „Ein Kompromiss wird gesucht“ in der Ausgabe vom 13. Juni:

Viele Jahre haben sich die ehrenamtlichen Helfer für die Kunstausstellung engagiert und ihre Freizeit geopfert und jetzt soll alles für die Katz sein. Viele Kunstschaffende haben nicht nur national, sondern auch international ihre Exponate zur Ausstellung gebracht. Mitterfels war unter anderen auch durch die Kunstausstellung bekannt und hat durch die Kulturförderung an Wertschätzung gewonnen.

Die 47. Kunstausstellung soll nicht mehr stattfinden, weil keine geeigneten Räume zur Verfügung gestellt werden können. Das „Haus des Gastes“ auf der Ferienanlage des ehemaligen „Mondiclubs“, wo alljährlich Kunstausstellungen stattgefunden haben, wurde anderweitig verplant.

Ich bin seit vielen Jahren selbst alljährlich an der Kunstausstellung beteiligt und verstehe nicht, wie eine Einrichtung, für die viele Menschen sich ehrenamtlich eingesetzt haben, keine Anerkennung findet. Die angebotenen Räume von der Gemeinde zeigen, welche Wertschätzung eine Kunstausstellung hat. Ich bitte alle Beteiligten (Gemeinderäte und das Landratsamt, die auf die Erhaltung der Kunstausstellung Einfluss nehmen können) sich für dieses hochgeschätzte Kulturereignis einzusetzen, damit die Marktgemeinde Mitterfels weiterhin als kulturfreundliche Gemeinde im ländlichen Raum erlebt werden darf.

Georg Schwarzfischer-Engel

Ascha


Kunst im Badewasser?

Ebenfalls zur Mitterfelser Kunstausstellung:

In diesem Jahr sollte die über die Grenzen der Region hinaus bekannte Mitterfelser Kunstausstellung in den Gebäuden des Schwimmbads stattfinden. So empfahl man es dem Verkehrs- und Kulturverein als Ersatz für die Räume im Haus des Gastes, die in den letzten Jahren verwendet werden konnten. Die Räume seien für die Betreuung der Asylanten voll genutzt, hieß es. Wäre es nicht die Gelegenheit gewesen, die deutschen Ausstellungsbesucher und die Asylanten zusammenzubringen?

Ab ins Bad, hieß es stattdessen. Die Künstler hatten sich sogar mit dem Gedanken an das Bad anfreunden können, denn so eine Ausstellungshalle ist auch eine Herausforderung bei der Präsentation. Es hätten nur einige Maßnahmen (Beleuchtung, Sicherheitsmaßnahmen, Abdeckung des Schwimmbeckens im ehemaligen Hallenbad) durchgeführt werden müssen, um dies zu ermöglichen. Diese wurden verweigert. Muss die bildende Kunst in Mitterfels jetzt untertauchen?

Gabriele Frank

Mitterfels