Leserbriefe zur Wasserpreiserhöhung

Die mit dem Beitragsbescheid des Wasserzweckverbandes vom 17.12.2014 verbundene Erhöhung des Wasserpreises um 35 Prozent und die zusätzliche Erhöhung der Grundgebühr um 50 Prozent hat einige Leserbriefe "verursacht" :

Unverschämte Erhöhung - Zum Leserbrief „Wann kommt die nächste Gebührenanpassung?“ in der Ausgabe vom 29. Januar:

Mit großen Interesse habe ich den Leserbrief zum Artikel „Wasserpreis jahrzehntelang zu niedrig“ über den Zweckverband Wasserversorgung Bogenbachtalgruppe gelesen.

Diesem Brief kann ich nur voll und ganz zustimmen. Auch ich bin, wie der Schreiber des Leserbriefes, sowie viele Betroffene aus meinem Bekanntenkreis über die Vorkommnisse beim Wasserzweckverband Bogenbachtalgruppe und dessen Gebaren seinen Kunden gegenüber mit einer unverschämt hohen Gebührenerhöhung total verärgert.

Mit einem Schreiben vom 5. Januar 2015 an den Zweckverband habe ich meinen Unmut bereits deutlich zum Ausdruck gebracht. Ich habe daraufhin auch einen Brief mit einigen Unterlagen erhalten, aber über die Ursachen, die zu dieser sehr kurzfristigen und extrem hohen Anpassung der Gebühren geführt haben, habe ich keine klare Antwort bekommen.

Wie kann behauptet werden, der Wasserpreis sei jahrzehntelang zu niedrig, wenn erst mit der 8. Änderungsatzung die Gebühren zum 1. Januar 2012 angehoben wurden? Die betroffenen Abnehmer haben ein Recht, von der Geschäftsleitung, den Verbandsmitgliedern mit ihrem Vorsitzenden und der Aufsichtsbehörde zu erfahren, wieso wir als Kunden des Zweckverbandes Wasserversorgung Bogenbachtalgruppe wesentlich höhere Gebühren bezahlen müssen als andere Gemeinden in unserer Region.

Gertraud Gleich

Aign, Mitterfels


Wann kommt die nächste Gebührenanpassung?  Zum Bericht „Wasserpreis jahrzehntelang zu niedrig“ in der Ausgabe vom 22. Januar:

Als jahrzehntelanger Kunde des Zweckverbandes Wasserversorgung der Bogenbachtalgruppe habe ich, wie wohl jeder Hausbesitzer, Landwirt oder Gewerbetreibender, am 31. Dezember 2014 einen auf 17. Dezember 2014 datierten Gebührenbescheid mit der Wasserabrechnung für 2014 erhalten.

In einem Nachsatz wurde in diesem Bescheid „mit der Bitte um Verständnis“ kurz mitgeteilt, dass sich die Wassergebühr ab 1. Januar von netto 1,45 Euro/cbm auf netto 1,95 Euro/cbm, also um 35 Prozent, sowie meine Grundgebühr sich von 60 Euro auf 90 Euro, hier um 50 Prozent, erhöhen würde.

Wie ich nun unter der Überschrift „Wasserpreis jahrzehntelang zu niedrig“ lese, hat sich der Mitterfelser Marktgemeinderat mit möglichen Ursachen für diese Erhöhung befasst. Wenn ich den Bericht richtig verstehe, dann dürfen wir uns als Wasserverbraucher über diese drastische Erhöhung von einem Tag auf den anderen nicht wundern. Wir sollten uns dagegen glücklich schätzen, dass wir über Jahrzehnte zu niedrige Wassergebühren bezahlt haben, denn eine Erhöhung sei längst überfällig gewesen.

Sind die in dem Bericht genannten Gründe wirklich die ganze Wahrheit ? Einige dieser Begründungen verstehe ich nicht: Wieso können die Wassergebühren über Jahrzehnte zu niedrig gewesen sein ? Gibt es für den Zweckverband Wasserversorgung der Bogenbachtalgruppe nicht Kontrollgremien die überwachen, ob der Zweckverband kostendeckend arbeitet ? Wie kann es über etliche Jahre zu hohen Wasserverlusten kommen – wie hoch sind diese eigentlich – ohne dass hier durch Sanierungsmaßnahmen rechtzeitig gegengesteuert wird ? Wie werden diese Verluste kompensiert, müssen wir als Kunde diese Kosten über unsere Gebühren mittragen ? Wäre überhaupt der Bau eines neuen Hochbehälters notwendig gewesen, wenn man vorher diese hohen Wasserverluste in den Griff gebracht hätte ? Wieso soll eigentlich in Mitterfels der Wasserpreis jahrzehntelang zu niedrig gewesen sein, wenn gleichzeitig unser Wasserpreis angeblich fast doppelt so teuer ist wie bei den anderen Zweckverbänden dieser Gruppe ? Kann es dagegen nicht sein, dass andere Zweckverbände mit den Gebühren ihrer Kunden besser gewirtschaftet haben, als der für Mitterfels zuständige Zweckverband ?

Daher zwei abschließende Fragen an die Verantwortlichen im Zweckverband Wasserversorgung der Bogenbachtalgruppe und an die zuständigen Kontrollgremien: Sind die im Pressebericht dargelegten Gründe als Ursachen dieser für uns Abnehmer so unvorhergesehenen, drastischen Preiserhöhung wirklich die ganze Wahrheit ? Wann und warum stehen uns womöglich in welcher Höhe die nächsten „Gebührenanpassungen“ bevor ?

Günter Spießl

Mitterfels


Nicht nachvollziehbar - Zum Bericht „Wir müssen kostendeckend arbeiten“ bzw. Wasserpreiserhöhung in Wasserzweckverband Bogenbachtalgruppe in der Ausgabe vom 25. Februar:

Die angeführten Gründe für die Wasserpreiserhöhung sind für uns betroffene Bürger nicht nachvollziehbar. Auf konkrete Anfrage werden Zahlen genannt, nach denen sich einzelne Positionen mehr als verdoppelt haben. Auf was sich diese Positionen genau beziehen und vorher die plötzlichen Erhöhungen kommen, wird durch keine oder nichtssagende Erklärungsversuche begründet, die niemand nachvollziehen kann, der außerhalb der kleinen Gruppe der Eingeweihten steht. Der Bürger der betroffenen Gemeinden soll das einfach als „gottgegeben“ akzeptieren.

Fakt ist, dass der Wasserpreis bis einschließlich 2011 nicht zu niedrig und nicht niedriger war als in anderen Zweckverbänden. Das bringt Herr Hornberger in dem Artikel ja auch klar zum Ausdruck. Der Wasserpreis hat sich jedoch durch die Erhöhungen 2012 und aktuell 2015 in nur drei Jahren (!) nahezu verdoppelt. Es ist auch nicht glaubhaft, dass der Zweckverband von den notwendigen Reparaturen an der nach eigenen Angaben 67 Jahre alten Anlage und den hohen Wasserverlusten, die nach meiner Information nicht 25 Prozent, sondern sogar bei über 30 Prozent betragen sollen, 2014 plötzlich überrascht wurde.

Sollte das nämlich der Fall sein, muss sich der Bürger fragen, ob die zuständigen Damen und Herren in den letzten Jahrzehnten geschlafen oder die Fakten einfach wissentlich ignoriert haben. (...) Interessant ist auch die Aussage von Hornberger zum Beitritt zum Dachverband. Zitat: „Es wäre so nicht mehr weitergegangen.“

Was hat er damit wohl dem Bürger sagen wollen? Im vorliegenden Fall sind die Gemeindeverwaltungen in der Pflicht, indem sie die Unterlagen und Zahlen der vergangenen Jahre genauestens unter die Lupe nehmen, um eine eventuelle Misswirtschaft aufzudecken und ihre Bürger vor solchen ungerechtfertigten Kosten zu schützen.

Warten wir ab, ob wir Bürger auch dieses Mal wieder die „Dummen“ (sprich: Zahler) sind.

Helmut Landwehrs

Scheibelsgrub

 

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